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Stand: Oktober 2013

Windpark Loucná/Wiesenthal

Die Firma Green Lines s.r.o. hat im Rahmen des deutsch-tschechischen Umweltschutzpilotprojekts "Windpark Loucná /Wiesenthal" in der Nähe der tschechischen Gemeinde Loucná im Erzgebirge (ca. 2 km von der tschechisch-deutschen Grenze entfernt) einen Windpark mit drei Anlagen (Nennleistung je 600 kW) errichtet.

Errichtung eines Windparks mit drei Anlagen (Nennleistung je 600 kW)

Projektdaten

Projektdauer

12/2003 - 09/2004

Fördernehmer

Green Lines s.r.o.

Land

Tschechische Republik

Fördersumme

800.000,00 Euro

Thema

Erneuerbare Energien

Unterthema

Windenergie

Ort/Region

Loucná

Kooperationspartner

Ministerium für Umwelt der Tschechischen Republik

Umweltinnovationsprogramm Ausland (Tschechische Republik)

Förderprogramm

Das Bundesumweltministerium unterstützt Investitionsprojekte im Ausland, mit denen sich unmittelbare Umweltschutzeffekte für Deutschland erzielen lassen oder die durch "Philosophietransfer" und möglichst große Multiplikatorwirkung die Bereitschaft zu Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen in den betreffenden Ländern erhöhen. Mit dem Umweltinnovationsprogramm Ausland sollen Umweltschutzpilotprojekte vor allem in den seit 2004 neuen EU-Ländern und den EU-Beitrittskandidaten finanziell gefördert werden. Dabei werden vor allem zwei Zielsetzungen verfolgt:

  1. unmittelbare, grenzüberschreitende Umweltschutzeffekte für Deutschland
  2. Maßnahmen gegen globale Klimaveränderungen

Mit den Projekten soll vor allem folgendes erreicht werden:

  • Philosophietransfer" für einen wirksamen Umwelt- und Klimaschutz im Rahmen der zu entwickelnden Kooperationsbeziehungen;
  • Multiplikatorwirkung mit Hilfe modellhafter kosteneffizienter Lösungen zur Verbesserung der Umweltsituation in diesen Ländern ("Leuchtturmprojekte");
  • Demonstration der praktischen Eignung und Leistungsfähigkeit neuer Produktionsanlagen und Verfahrenstechniken;
  • Verbesserung der Akzeptanz für den Umweltschutz in der Bevölkerung.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm Ausland wird in erster Linie eine umweltpolitische Zielsetzung und keine Infrastrukturverbesserung, wie es beispielsweise bei entsprechenden EU-Programmen der Fall ist, verfolgt.

Zielgruppe

Forschungseinrichtung, Kommune, Unternehmen, Verband, Vereinigung, Öffentliche Einrichtung, Bildungseinrichtung

Wirkungsbereich

International

Fördergeber

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Partner Fördergeber

Ministerium für Umwelt der Tschechischen Republik

Auf der Basis eines standortbezogenen Windgutachtens der Akademie der Wissenschaften in Prag sowie der Daten des nur 5 km entfernt liegenden deutschen Windparks "Jöhstadt" rechnet der Investor mit einem Jahresenergieertrag von über 4.000 MWh. Obwohl der Standort aufgrund der Windverhältnisse auch für größere Anlagen geeignet wäre, hat sich Green Lines s.r.o. aus infrastrukturellen Gründen für eine Beschränkung auf insgesamt 1.800 kW Nennleistung entschieden. Die Aufnahme einer höheren Leistung in das örtliche Netz wäre mit unzumutbar hohen Kosten verbunden gewesen, da der Windpark an einem Endpunkt des Elektrizitätsnetzes errichtet wurde, der keine höhere Leistung aufnehmen kann. Die Kosten für eine Verstärkung des Netzes hätten das Gesamtvorhaben unrentabel gemacht. Gleichwohl vermeiden diese Windkraftanlagen über ihre Lebensdauer betrachtet rund 50.000 Tonnen CO2-Emissionen.

 

Der Investor hat einen Vorvertrag über die Einspeisung von Strom aus dem geplanten Windpark mit den Nordböhmischen Energiewerken AG abgeschlossen. Die Einspeisevergütung wurde auf 3 CZK/kWh (0,094 /kWh) für das erste Jahr festgelegt. Die Höhe der Einspeisevergütung für die Folgejahre ist noch auszuhandeln. Ein Gesetz über erneuerbare Energien wird in der Tschechischen Republik voraussichtlich in Kürze in Kraft treten. Die Hausbank HBV CZ (gehört zur Hypo Vereinsbank- Gruppe) hatte ermittelt, das die Einspeisevergütung für den Windpark in Loucná mindestens 2,5 CZK/kWh betragen muss, um das Vorhaben wirtschaftlich darstellen zu können.

Hinweise:

Die Errichtung des Windparks wurde im September 2004 erfolgreich

abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rd. 2,7 Mio.

(davon: 0,2 Mio. eigene Mittel, 0,8 Mio. BMU-Zuschuss, 1,7 Mio.

Hausbankkredit).

 

Aufgrund der in der Tschechischen Republik bisher fehlenden

längerfristigen Regelung für eine Einspeisevergütung für aus Windenergie

erzeugten Strom, steckt die Windenergienutzung dort noch "in den

Kinderschuhen". Mit dem gemeinsamen deutsch-tschechischen

Umweltschutzpilotprojekt "Windpark Loucná /Wiesenthal" sollte deshalb

ein Beitrag zur Förderung der erneuerbaren Energien in Tschechien und

damit zum praktischen und zukunftsorientierten Klimaschutz geleistet

werden.