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Stand: Oktober 2013

Erneuerung der zentralen Wärmeversorgung der Stadt Jelgava

Ein Neubaublock mit grau-rotem Anstrich und vor dem Hause stehen Bäume

Die Firma "SIA Jelgavas Kogeneracija" hat im Rahmen dieses Vorhabens in Jelgava, der viertgrößten Stadt in Lettland, energetische Verbesserungen im Fernwärmesystem durchgeführt. Zusätzlich wurden den Nutzern die tatsächlichen Wärmeverbräuche transparent gemacht und die erreichbaren Energieeinsparungen durch Wärmedämmung von zwei von mit Fernwärme versorgten Plattenwohngebäuden beispielhaft demonstriert.

Erneuerung der zentralisierten Wärmeversorgung der Stadt Jelgava

Projektdaten

Projektdauer

10/2005 - 11/2010

Fördernehmer

SIA Jelgavas Kogeneracija

Land

Lettland

Fördersumme

281.546,28 Euro

Thema

Klimaschutz

Ort/Region

Jelgava

Kooperationspartner

Ministerium für Umwelt der Republik Lettland

Umweltinnovationsprogramm Ausland (Republik Lettland)

Förderprogramm

Das Bundesumweltministerium unterstützt Investitionsprojekte im Ausland, mit denen sich unmittelbare Umweltschutzeffekte für Deutschland erzielen lassen oder die durch "Philosophietransfer" und möglichst große Multiplikatorwirkung die Bereitschaft zu Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen in den betreffenden Ländern erhöhen. Mit dem Umweltinnovationsprogramm Ausland sollen Umweltschutzpilotprojekte vor allem in den seit 2004 neuen EU-Ländern und den EU-Beitrittskandidaten finanziell gefördert werden. Dabei werden vor allem zwei Zielsetzungen verfolgt:

  1. unmittelbare, grenzüberschreitende Umweltschutzeffekte für Deutschland
  2. Maßnahmen gegen globale Klimaveränderungen

Mit den Projekten soll vor allem folgendes erreicht werden:

  • Philosophietransfer" für einen wirksamen Umwelt- und Klimaschutz im Rahmen der zu entwickelnden Kooperationsbeziehungen;
  • Multiplikatorwirkung mit Hilfe modellhafter kosteneffizienter Lösungen zur Verbesserung der Umweltsituation in diesen Ländern ("Leuchtturmprojekte");
  • Demonstration der praktischen Eignung und Leistungsfähigkeit neuer Produktionsanlagen und Verfahrenstechniken;
  • Verbesserung der Akzeptanz für den Umweltschutz in der Bevölkerung.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm Ausland wird in erster Linie eine umweltpolitische Zielsetzung und keine Infrastrukturverbesserung, wie es beispielsweise bei entsprechenden EU-Programmen der Fall ist, verfolgt.

Zielgruppe

Forschungseinrichtung, Kommune, Unternehmen, Verband, Vereinigung, Öffentliche Einrichtung, Bildungseinrichtung

Wirkungsbereich

International

Fördergeber

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Partner Fördergeber

Ministerium für Umwelt der Republik Lettland

Eine Häuserwand mit drei Schildern. Auf dem obersten Schild steht die Hausnummer 3. Das mittlere beschreibt kurz das Projekt und auf dem unteren wird das Projektlogo gezeigt.Das Fernwärmesystem der lettischen Stadt Jelgava versorgt zwei Drittel der Bewohner. Das Rohrsystem wurde teilweise erneuert. Der Fördernehmer hat außerdem aus eigenen Mitteln ohne Bezuschussung durch das Bundesumweltministerium alte Kesselanlagen durch moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ersetzt. Zusätzlich wird bei der Wärmeerzeugung Strom erzeugt, wodurch Kohlendioxid-Emissionen in konventionellen Kraftwerken vermieden werden.

666 Plattenbauwohnungen  wurden mit Anlagen zur Wärmeverbrauchserfassung ausgerüstet und die Bewohner über die jährlichen Wärmeverbräuche entsprechend informiert. Nach deutschen Erfahrungen können mit dieser Maßnahme bis zu 20 Prozent Energieeinsparungen erzielt werden. Dies stellt einen konkreten Anstoß zum sparsamen Umgang mit Wärmeenergie dar. Zusätzlich wird die Bereitschaft zur Einführung der Wärmeverbrauchserfassung und -abrechnung in ganz Lettland erhöht. Im Vorhaben wurden auch zwei mit Fernwärme versorgte Plattenwohngebäude durch Wärmedämmung energetisch saniert. Nach Erfahrungen mit anderen Projekten in Lettland wurde erwartet, dass damit etwa 50 Prozent des Wärmeverbrauchs eingespart werden können. Eines der energetisch sanierten Plattenbauwohngebäude hat im Jahr 2010 den Ersten Platz in dem Wettbewerb "Energieeffizientes Bauen in Lettland" gewonnen.

Um möglichst große Signalwirkung für die weitere Sanierung des bisher unsanierten Gebäudebestands in Jelgava auszulösen, wurde eine lokale Energieberatungsstelle eingerichtet, die die Initiative und Bereitschaft der Wohnungseigentümer unterstützt.

Laut Abschlussbericht des Fördernehmers konnten durch die Sanierung der Fernwärmeleitung die Wärmeverluste von 2.307 Megawattstunden pro Jahr auf 561 Megawattstunden pro Jahr um 76 Prozent verringert und damit das angestrebte Klimaschutzziel erreicht werden.

Für  das sanierte Gebäude in der "4. Linie", Nummer 1 hat sich der spezifische Verbrauch der Heizungswärmeenergie von durchschnittlich 0,151 Megawattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf durchschnittlich 0,072 Megawattstunden pro Quadratmeter und Jahr reduziert (Einsparung von ungefähr 52 Prozent). Bei dem Gebäude in der "Helmana iela" Nummer 3 hat sich der spezifische Verbrauch der Heizungswärmeenergie von durchschnittlich 0,158 Megawattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf durchschnittlich 0,055 Megawattstunden pro Quadratmeter und Jahr reduziert (Einsparung von etwa 65 Prozent). Die erwartete Minderung der Kohlendioxidemissionen von 50 Prozent wurde übertroffen.

Für die Sanierung der Fernwärmeleitung wurde ein Zinszuschuss zu einem KfW-Darlehen in Höhe von 75.062,14 Euro und für die Sanierung der Plattenbauwohngebäude wurde ein Investitionszuschuss in Höhe von 206.484,14 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm Ausland des Bundesumweltministeriums bereitgestellt.

Hinweise:

Das Projekt "Erneuerung der Wärmeversorgung der Stadt Jelgava" setzte die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lettland fort. Es wurde auf der Grundlage eines Rahmenressortabkommens durchgeführt, welches die Umweltministerien beider Länder zur Vereinfachung bei der Durchführung weiterer Projekte im Mai 2004 geschlossen haben.