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Stand: Oktober 2013

Modernisierung eines Fernwärmesystems in der Stadt Zgorzelec

Das Heizwerk des Fernwärmeversorgers "Zgorzeleckie Przedsiębiorstwo Energetyki Cieplnej w Zgorzelcu Sp. z.o.o." ist die größte Feinstaubemissionsquelle in Zgorzelec und liegt nur etwa 700 Meter von der Grenze zu Görlitz entfernt. Im Jahr 2010 wurde in Görlitz an 48 Tagen die Feinstaubkonzentration von 50 Milligramm je Kubikmeter Luft überschritten. Zulässig nach der europäischen Richtlinie 1999/30/EG sind 35 Tage. Eine Analyse der Feinstaubquellen kam zu dem Ergebnis, dass nur 9 Prozent der Emissionsquellen in Görlitz selbst liegen.

Modernisierung des Fernwärmesystems einschließlich der Entstaubungsanlage im Heizwerk ul. Groszowa in Zgorzelec, der Nachbarstadt von Görlitz

Projektdaten

Projektstart

07/2008

Fördernehmer

Zgorzeleckie Przedsiebiorstwo Energetyki Cieplnej w Zgorzelcu Sp. z.o.o.

Land

Polen

Fördersumme

3.089.236,98 Euro

Thema

Luftreinhaltung

Unterthema

Feinstaub

Ort/Region

Zgorzelec

Kooperationspartner

Ministerium für Umwelt der Republik Polen

Umweltinnovationsprogramm Ausland (Republik Polen)

Förderprogramm

Das Bundesumweltministerium unterstützt Investitionsprojekte im Ausland, mit denen sich unmittelbare Umweltschutzeffekte für Deutschland erzielen lassen oder die durch "Philosophietransfer" und möglichst große Multiplikatorwirkung die Bereitschaft zu Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen in den betreffenden Ländern erhöhen. Mit dem Umweltinnovationsprogramm Ausland sollen Umweltschutzpilotprojekte vor allem in den seit 2004 neuen EU-Ländern und den EU-Beitrittskandidaten finanziell gefördert werden. Dabei werden vor allem zwei Zielsetzungen verfolgt:

  1. unmittelbare, grenzüberschreitende Umweltschutzeffekte für Deutschland
  2. Maßnahmen gegen globale Klimaveränderungen

Mit den Projekten soll vor allem folgendes erreicht werden:

  • Philosophietransfer" für einen wirksamen Umwelt- und Klimaschutz im Rahmen der zu entwickelnden Kooperationsbeziehungen;
  • Multiplikatorwirkung mit Hilfe modellhafter kosteneffizienter Lösungen zur Verbesserung der Umweltsituation in diesen Ländern ("Leuchtturmprojekte");
  • Demonstration der praktischen Eignung und Leistungsfähigkeit neuer Produktionsanlagen und Verfahrenstechniken;
  • Verbesserung der Akzeptanz für den Umweltschutz in der Bevölkerung.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm Ausland wird in erster Linie eine umweltpolitische Zielsetzung und keine Infrastrukturverbesserung, wie es beispielsweise bei entsprechenden EU-Programmen der Fall ist, verfolgt.

Zielgruppe

Forschungseinrichtung, Kommune, Unternehmen, Verband, Vereinigung, Öffentliche Einrichtung, Bildungseinrichtung

Wirkungsbereich

International

Fördergeber

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Partner Fördergeber

Ministerium für Umwelt der Republik Polen

Im Zuge der Beitrittsverhandlungen vereinbarten die Europäische Union und die Republik Polen Übergangsfristen für die Übernahme der EU-Umweltstandards bis 2016. Ziel des Vorhabens war es, die Feinstaubemissionen des Fernwärmeheizwerks in Zgorzelec früher und weiter als nach den EU-Übergangsfristen gefordert zu reduzieren. So wurde die Entstaubungsanlage im Fernwärmeheizwerk in Zgorzelec durch moderne Elektrofilter ersetzt. Nach Messungen mit der neuen Entstaubungsanlage kann der Emissionsgrenzwert von 20 Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft nach der deutschen Technischen Anleitung Luft eingehalten werden. Damit werden in dem mit Braunkohlestaub gefeuerten Heizwerk etwa 90 Prozent der Staubemissionen vermieden. Durch eine Nachrüstung der Kessel des Heizwerks mit Einrichtungen zur Betriebsautomatisierung soll die Emissionsminderung dauerhaft eingehalten werden können.

Ein weiterer Umweltschutzeffekt wurde in Zgorzelec durch die Optimierung des Fernwärmesystems erzielt. Dies erfolgte durch energiesparende Umwälzpumpen, den Zusammenschluss von Fernwärme-Teilnetzen, den bedarfsweise wechselnden Einsatz des Braunkohlekessels oder eines vorhandenen modernen Gaskessels sowie die Schaffung technischer Voraussetzungen für den Anschluss neuer Fernwärmeabnehmer bei gleichzeitiger Stilllegung veralteter Steinkohlefeuerungsanlagen. Einsparungen von Betriebsstrom (etwa 25 Prozent) und Brennstoff (Braunkohlenstaub, etwa 15 Prozent) können Kohlendioxid-Emissionen von etwa 16 Prozent vermeiden. Die Optimierung des Fernwärmenetzes soll auch einen späteren grenzüberschreitenden Zusammenschlusses der Fernwärmenetze von Zgorzelec und Görlitz ermöglichen.

Schließlich wurden in den von der Erneuerung des Fernwärmesystems betroffenen Häusern moderne Wärmeübergabestationen installiert. Dies entspricht dem heutigen Stand der Technik beim Neubau von Fernwärmenetzen in Deutschland. Hieraus ergeben sich zusätzliche Umweltvorteile durch bessere Möglichkeiten der bedarfsabhängigen Regulierung der gelieferten Heizwärmemenge und der Nutzung der zentralen Wärmelieferung auch für die Warmwasserbereitung. Aufgrund der effizienteren Wärmeversorgung sinken der Energiebedarf und somit auch die Umweltbelastung mit Emissionen aus dem Heizwerk.

Das Bundesumweltministerium unterstützt die Realisierung dieses Vorhabens mit Fördermitteln in Höhe von ungefähr 3,1 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm Ausland. Es ist zu erwarten, dass diese Maßnahme auch die Feinstaubkonzentration in Görlitz erheblich reduzieren wird. Das Projekt folgt den Schlussfolgerungen des deutsch-polnischen Umweltrats vom 10. und 11. April 2006, wonach die Reduzierung von grenzüberschreitenden Schadstofftransporten, insbesondere von Feinstäuben, als vordringliche Aufgabe angesehen wird.

Hinweise:

Das Gesamtvorhaben soll 2013 abgeschlossen sein.